Der Dino und die writers:class
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writers:class, MS Kirchdorf, Dienstag, 17.2.

 

6.30 Uhr: der Wecker klingelt

7.00 Uhr: sitze ich auf dem Fahrrad Richtung Bäckerei

7.10 Uhr: ein lustiger Passant denkt, dass ich 25 Krapfen nicht mit dem Fahrrad trans­por­tieren kann

7.20 Uhr: komme ich bei der Schule mit 25 Krapfen auf dem Gepäcks­träger an. Die Klassen­leh­rerin Christina wartet schon im Pausenhof, bunte Manschetten an den Beinen, ein Lächeln im Gesicht. Ich wiederhole: es ist 7.20 Uhr. Ein Lächeln im Gesicht! Ich denke mir noch: manch einer wäre um diese Zeit aufgrund von Schlaf- oder Kaffee­mangel noch ein Monster. Und da steht es auch schon vor uns. Das Monster. Oder vielmehr: der Dino.

7.30 Uhr: Der Dino geht heute in die writers:class. Die Schüler:innen haben bereits Collagen von Traum- oder Lieblings­orten, an denen das Erzähl­spiel verortet werden wird, in der Hand. Das Erzähl­spiel, das die 2a im Rahmen der writers:class über die nächsten Wochen gemeinsam erarbeiten wird.  Um ins Erzählen zu kommen bringt Flo einige Übungen mit.

Zuerst werden Zweier­teams gebildet. Auch ich darf mitmachen, weil die Anzahl der Mitschüler:innen ungerade ist. Meine Partnerin Elena bekommt ein Symbol, ich bekomme Clipboard, Papier und Stift. Wir sitzen Rücken an Rücken. Elena erzählt mir, was sie auf dem Bild sieht, ich soll das Erzählte zeichnen. Die erste Infor­mation (dass es sich um einen Bären handelt) überhöre ich. Kein guter Anfang! Arme, Beine, Augen, Mund, Nase. Und eine Schnauze. So beschreibt Elena, was sie auf dem Bild sieht. Erst beim Wort „Schnauze“ fällt mir auf, dass es sich vielleicht doch nicht um einen Menschen handelt, den ich zeichnen soll. An dieser Stelle vergesse ich kurz die Anweisung von Flo, nur zuzuhören und keine Fragen zu stellen, und hake nach: „Ist es ein Tier?“

„Ja, ein Bär, so ein Kuscheltier“, antwortet Elena.

Schon will ich eine weitere Frage stellen, da erinnere ich mich an die Anweisung und schweige, höre zu, passe meine bisher gezogenen Striche an und versuche daraus einen Bär zu zaubern.

Auch beim nächsten Spiel handelt es sich um eine Erzähl-Aufwärm­übung. „Du weißt nicht, was ich in meiner Tasche habe…“, so der Einstieg. Doch das Gegenüber weiß anscheinend ganz genau, was in „meiner“ Tasche sein soll: ein Wolken­kratzer, eine ganze Schul­klasse oder ein rosa Elefant. Warum ich diese Dinge in der Tasche habe, das muss wiederum ich erfinden und erzählen.

 

8.20 Uhr: Pause, Zeit für Krapfen. Eine Stärkung, damit der Erzähl­muskel wieder „geölt“ wird.

 

Eigentlich haben wir zwei Stunden lang gespielt und sind beim Spielen ins Erzählen gekommen. Das Lieblings­spiel der Schüler:innen heißt „Ausre­denspiel“. Die zweite Klassen­leh­rerin, Frau Hämmerle, soll zu spät in die Schule gekommen sein und muss nun erklären, warum. Eine:r spielt Lehrer:in, die restlichen Schüler:innen geben Frau Hämmerle mit panto­mi­misch Hinweise, warum sie zu spät gekommen ist. Sie muss die Handzeichen in Worte fassen und eine dazu passende Geschichte erzählen. Warum ist Frau Hämmerle also zu spät gekommen? Wie es so ist, an einem Faschings­dienstag, wenn ein Dino im Klassen­zimmer sitzt, so kommt es auch, dass Clownfrau Claudette Frau Hämmerle nach Wien entführte. Zum Glück konnte sich Frau Hämmerle befreien. Auf dem Weg zur Schule erinnerte sie sich aller­dings daran, dass sie die Schul­ar­beiten zu Hause vergessen hatte und musste noch einmal umkehren. DARUM kam sie zu spät in die Schule.

9.15 Uhr: Der Dino hat das Gebläse längst ausge­schalten, das Kostüm zur Seite gelegt, den Krapfen aufge­gessen und erzählte fleißig mit. Die writers:class geht zu Ende. Die Klasse hat sich im Erzählen geübt und wieder Bauteile für das Spiel mitge­nommen. Wie es weiter­gehen wird, das wissen nur die jungen Erzähler:innen. Wir werden wieder mal vorbei schauen. Versprochen!

Die writers:class ist eine Koope­ration mit dem Litera­turhaus Vorarlberg. Finan­ziert vom OEAD, culture connected.

Und sonst so?